In diesen Wochen werde ich immer wieder zu Schadensfällen
rausgerufen, bei denen es ich um Sommerkondensat handelt. So auch im
nachfolgend beschriebenen Fall.

Der Kunde hat vor seinen Keller in einen Wohnraum zu
verwandeln. Er verputzt die Wände neu und überarbeitet sie mit einem
dispersionshaltigen Strukturputz. Damit die Trocknung der Putze schneller
vonstattengehen kann, hängt er die Fensterflügel der Kellerfenster aus, und
macht die gegenüberliegende Kellertüre auf.

Das ist zwar gut gemeint aber in diesem Fall völlig
kontraproduktiv.

Im Bereich der unteren Wandbereiche ist die Feuchtigkeit
fühlbar. Auf dem Wandputz haben sich Wasserperlen gebildet. Der Boden ist
entlang der Außenwände ebenfalls fühlbar feucht.

Eine Widerstandsmessung im Steininneren weist keine erhöhten
Feuchtigkeitswerte auf.

Es handelt sich um ein Sommerkondensat.

Wie entsteht Sommerkondensat?

Sommerkondensat findet man vor allem im Bereich von
Kellerräumen bzw. Souterrainwohnungen (Wohnung halb im Erdreich). Je weiter die
Räume im Erdreich liegen, umso kühler sind die Raumtemperaturen.

Öffnet man in der warmen Jahreszeit die Fenster, holt man
sich warme, feuchte Luft in die kühleren Räume. Mit jedem Grad
Temperaturverlust, muss die relative Luftfeuchtigkeit steigen. Trifft diese
Luft dann noch auf kalte Oberflächen (in diesem Fall die unteren Wandbereiche
und der Boden), wird der Taupunkt unterschritten und die Luft kondensiert
(siehe Skizze).

Lüftungsempfehlung:

In der warmen Jahreszeit alle Türen und Fenster in Kellern
und Souterrainwohnungen tagsüber geschlossen halten. Lediglich morgens früh
oder abends spät lüften, wenn die Außentemperarturen niedriger sind.

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